
Putzen und Liebe
- Andrea Bonanomi
- il y a 5 jours
- 2 min de lecture
Ich war kürzlich bei einer Freundin und durfte staubsaugen.
Warum ich durfte sage? Ist Putzen nicht eine dieser nötigen aber nicht zwingend
genüsslichen Haushaltsaufgabe?
Ich habe mir erlaubt, der Geschichte zu glauben, die ich mir selbst erzähle. Und die
lautete: Heute darf ich ihr etwas abnehmen und ihr damit meine Liebe zu ihr zeigen.
Ich habe mich in den letzten 3 Jahren mehrmals an Umzugsputztagen beteiligt, die
eigenen und die anderer. Dabei habe ich oft gedacht, warum wir uns selbst nicht
dieselbe Sauberkeit gönnen, wie unseren Nachmietern. Eigentlich würde ich das lieber
für meine Freundinnen machen, wenn sie selbst in den Genuss der erreichten
Sauberkeit kommen.
Was dort hemmend wirken kann, ist dass wir im Alltag manchmal nicht dazu kommen
bzw. andere Prioritäten haben, als in jeder Ecke aufzuräumen und zu putzen. Und
dann sieht es nicht wie in « Schöner Wohnen » aus sondern es sieht aus, wie ein
Zuhause, in welchem gelebt wird.
Ich mag falsch liegen, aber ich habe den Eindruck, dass dies oft schambehaftet ist.
Und das macht mich traurig. Denn, wenn es der Fall ist, so ziehen wir uns eher zurück
und das kreiert Isolation und Trennung, wenn wir eigentlich Menschlichkeit und
Verbundenheit suchen.
Wie wär’s, wenn wir es dieses Jahr vermehrt zulassen würden, zu sehen und gesehen
zu werden. Wenn wir einander beim Frühlingsputz helfen, als Zeichen der
Freundschaft und der Liebe. Wenn wir auch empfangen lernen, was es uns meist
leichter fällt, nur zu geben.
Wie Simon Sinek es sagt: Vertrauen entsteht nicht, wenn wir helfen, sondern wenn
wir um Hilfe bitten. Oder sie annehmen.
Ich habe in meinem Retreat gesehen und erlebt, wie wohltuend und bereichernd es
ist, wenn wir als Mensch gesehen werden. Dabei sind die Stärken genauso wichtig wie
die angeblichen Schwächen. Wir sind nicht perfekt. Wir sind Menschen. Wir sind da
um zu leben, lernen und lieben. Und so wiederum perfekt, ohne etwas beweisen zu
müssen.
Mit wem fühlst du dich sicher genug, um dich zu öffnen und zusätzliche Ecken zu
offenbaren?
Ich wünsche dir viel Verbundenheit.
Herzlich,
Andrea


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