
Wieviel ist ein Bild wert?
- Andrea Bonanomi
- 26 mars
- 2 min de lecture
Als Künstlerin und wohnpsychologische und energiemedizinische Begleiterin frage ich mich oft, wieviel Wert meine Bilder, meine Worte, meine Begleitung haben.
Dieselbe Frage nach dem Wert stellt sich beim selber gemachten Sirup. Mein Rosmarin-Ingwer-Sirup kostet etwas Zucker, Ingwer und Zitrone. Den Rosmarin habe ich vom Balkon und die Flaschen sind aus meinem Vorrat. Und noch eine Prise Zeit. Kosten tut er weniger als eine Flasche aus dem Delikatessenladen oder vom Marktstand. Die beschenkte Person wird sich hoffentlich so oder so darüber freuen.
Und wie sieht es für mich aus? Wie wertvoll ist diese Flasche aus meiner Sicht? Das hängt aus meiner Erfahrung stark mit der Absicht, die darin steckt, zusammen. Habe ich den Sirup selber gemacht, um Geld zu sparen oder weil ich etwas ganz besonderes und persönliches schenken wollte?
Dasselbe gilt aus meiner Sicht für Kunst – und vermutlich auch für Dienstleistungen. Male ich, um zu verkaufen, also Leinwand, Farbe und Zeit gegen Geld? Oder male ich, um im Gegenüber Emotionen zu wecken oder sie auf eine Reise zu nehmen?
Beim Geld scheint mir folgende Unterscheidung von Bedeutung: Geld machen/verdienen oder Geld bekommen - make vs. receive money. In diesem Sinne mag ich den Ausdruck « Geben und Nehmen » nicht. Mir entspricht es viel eher von « Geben und Empfangen » zu sprechen. Wir geben und bekommen auch eine Massage, wir nehmen sie nicht. Nehmen hat etwas von « wegnehmen ». Im Gegensatz dazu vermittelt der Begriff « empfangen » ein Gefühl von Ausgleich und Ausgewogenheit.
Wenn ich male (oder begleite), mit der Absicht etwas zu geben, so fällt es mir leichter dafür Geld zu bekommen, als wenn mein Ziel nur das « Geldmachen » wäre. Denn nach einem solchen Tausch sind in der Regel beide um etwas reicher.
Was macht es bei dir aus, wenn du etwas machst mit dem Hintergedanken eines Geschenks? Kannst du dann einfacher einen Preis setzen und Geld empfangen?
Herzlich,
Andrea

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